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29.01.2012

Kermit auf dem Namensschild


HOBBY Der Possenhainer Frank Kubicki besitzt das kleinste Froschmuseum Deutschlands. Vor 25 Jahren begann er mit dem Sammeln. Erweiterung geplant.
 
VON HANS-DIETER SPECK
 
POSSENHAIN/MZ - Kermit steht auf dem Namensschild am Hoftor und wer jetzt noch nicht weiß, wo es lang geht, sieht sich breitmäuligen Keramik-Fröschen gegenüber, die von der Mauerbegrenzung herabblicken. Mitunter spucken sie einen Wasserstrahl, wenn man klingelt. Jetzt im Winter verkneifen sie sich das. Wir sind im "Kleinsten Froschmuseum Deutschlands", wie auf einer Tafel zu lesen ist. Der fröhliche Mann, der uns nun einlässt, erscheint zwar nicht im Froschkostüm, immerhin ist er aber grün gekleidet. Mit einem Kostüm habe alles angefangen, erzählt Frank Kubicki. Vor 25 Jahren in einem Jugendferienlager habe er den Froschkönig gespielt und danach bekam er seinen ersten Plüschfrosch geschenkt. "Mittlerweile ist daraus ein Hobby geworden, manche sagen auch, eine Macke. Dabei sammele ich eigentlich gar nicht systematisch, das meiste bekomme ich geschenkt." Da hänge mitunter auch schon mal ein Plastebeutel mit Froschfiguren am Tor seines Hofes, verrät er.
 
Inzwischen haben die Quacktiere den 49-Jährigen schon längst aus seiner Werkstatt verdrängt. In allen Größen und aus vielerlei Materialien gefertigt, sitzen sie da, gestrickt, geschnitzt, getöpfert, in Plüsch, Samt und Seide und aus Metall in Regalen, fläzen auf dem Sofa, sonnen sich in Liegestühlen und rudern auf kleinen Flößen. Sie kleben an Uhren, Aschenbechern, verzieren T-Shirts, Slips und Nudelpackungen. Auch der Hof ist voller Frösche. Selbst den Pkw des auswärtig tätigen Heizungsmonteurs haben sie bereits okkupiert. 20 grüne Gesellen fahren mit ihm auf Arbeit. "Längst habe ich aufgehört zu zählen", resigniert Kubicki und versichert, dass es ihm nicht um Masse gehe. "An die 4 000 dürften es schon sein", schätzt sein erwachsener Sohn Kevin.
 
Der hilft mitunter dem Vater, wenn einmal im Sommer die riesige Froscharmee gründlich gesäubert wird. Schließlich sind Besucher willkommen. Die Kinder aus der nahen Tagesstätte sind die treuesten Gäste in Kubickis Museum. Da hat der Sammler seine Freude dran, wenn die Kleinen ihren Spaß haben. Wie weit kann der noch gehen? Zu einem Oberarm-Tatoo hat sich Kubicki inzwischen schon überreden lassen. Der Froschkönig sieht noch nicht einmal schlecht aus.
 
"Bauen werde ich müssen", überlegt der Possenhainer. Weil: Ehefrau Evelyn hat den Wohnbereich zur froschfreien Zone erklärt. Auch lebende Frösche zu halten ist verboten. Da hält es die ansonsten tolerante Frau mit Loriot: "Die Ente bleibt draußen!"
 
Daraus ist ein Hobby geworden, manche sagen auch, eine Macke.
 
Frank Kubicki
Froschsammler
 
Keine Froschfigur, die es in Frank Kubickis Sammlung nicht gibt: ob aus Plaste oder Keramik, Plüsch oder anderem Stoff gefertigt. Und selbst auf seinem Arm hat Kubicki den Frosch als Bild verewigt.
 
Seltene Sammelleidenschaft: der Possenhainer Frank Kubicki inmitten seines Froschmuseums, in dem es keinen leeren Platz gibt
 

QUELLE